Kolumnen & Analysen Märkte

Tagesausblick Renten/Devisen: Politische Börsen haben kurze Beine
Helaba Floor Research - Forex - 05.03.2018

Die politischen Entwicklungen in Deutschland und Italien sowie der Handelskonflikt mit den USA dominieren nachrichtenseitig den Wochenauftakt. Die Marktreaktionen sind bisher aber als verhalten zu bezeichnen. Generell gilt zudem: Politische Börsen haben kurze Beine. Somit richten die Akteure ihren Blick in der neuen Woche vermutlich wieder auf die anstehenden Konjunkturdaten sowie die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank. Zunächst stehen die Einkaufsmanagerindizes des Servicesektors an. Die Vorabschätzungen in Deutschland, Frankreich und der Eurozone waren rückläufig und so sollte auch in Spanien und Italien ein Rücksetzer nicht auszuschließen sein, zumal die Indizes ebenfalls auf hohem Niveau liegen und im Januar zugelegt haben. Das Wachstumsszenario bleibt davon aber unberührt. Auch in Großbritannien und den USA stehen die Serviceindizes an. Beide sind vor dem Hintergrund der jeweiligen Währungsschwäche zum Schluss der Vorwoche beachtenswert. In den USA besteht wegen des unerwartet robusten ISM-Industrieindexes ein positives Überraschungspotenzial, sodass die Zeichen für eine gute wirtschaftliche Dynamik weiterhin auf grün stehen.

Das Highlight der Woche stellt die EZB-Ratssitzung dar. Mit Veränderungen der Leitzinsen und der monatlichen Anleihekäufe ist nicht zu rechnen. Vielmehr interessieren die Forward Guidance und die neuen Projektionen zu BIP-Wachstum und Inflation. Allenfalls kleinere Anpassungen der Wortwahl scheinen möglich, wie gerüchteweise aus EZB-Kreisen kolportiert wurde. Ein starkes Signal für ein Ende des QE-Programms im Herbst gibt es daher wohl nicht.

Bund-Future: Nächstes Ziel ist die 55-Tagelinie



Der Bund-Future hat seine anfänglichen Kursgewinne nicht halten können und so wurde die 55-Tagelinie bei 160,15 nur zeitweise überwunden. Der Stochastic bestätigt auf Wochensicht sein Kaufsignal. Auf Tagesbasis steigen der MACD und der RSI an. Die technische Ausgangslage für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung der letzten zwei Wochen ist somit positiv. Vor diesem Hintergrund erscheint ein erneuter Test der 55-Tagelinie wahrscheinlich. Darüber lokalisieren wir weitere Hürden bei 160,36 und 160,75. Rücksetzer würden bei 159,50 und um 159,05/03 auf Haltemarken treffen.

EUR-USD: Rebound an den Aufwärtstrend



Der SPD-Mitgliederentscheid zugunsten der Großen Koalition lässt auf politische Stabilität in Deutschland hoffen. Demgegenüber sorgt die Parlamentswahl in Italien für Verunsicherung, denn es zeichnet sich weder eine Mehrheit für ein Mitte-Rechts- noch ein Mitte-Links-Bündnis ab. Die Fünf-Sterne-Bewegung wird mit Abstand stärkste Partei, für eine Regierungsbildung reicht es aber nicht. Insgesamt zeigt sich der Euro von diesen Ereignisse wenig beeindruckt. Der Handelsstreit mit den USA hatte die Gemeinschaftswährung ansteigen lassen – trotz des technisch eingetrübten Bildes. Dabei ist es zu einem Rebound an den unterschrittenen Aufwärtstrend gekommen, der heute bei 1,2330 verläuft. Weitere Widerstände lassen sich bei 1,2365 und 1,2435 lokalisieren. Unterstützungen sind erst im Bereich 1,2153/91 zu finden. Hier liegen das jüngste Tief, die 55-Tagelinie und das 38,2 %-Retracement des Aufwärtsimpulses von November (1,1552) bis Februar (1,2555). Sollte diese Zone auf Tagesschlusskursbasis unterschritten werden, würde sich der technische Ausblick eintrüben.

Autor: Helaba Floor Research, www.helaba.de



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